So was wie Halbzeit

Naja, mehr als Halbzeit sogar schon: Fast drei Monate bin ich nun schon für mein Auslandsemester in Berlin. Da es seit dem letzten Beitrag zu dem Thema auch schon etwas länger her ist, bietet sich eine gute Gelegenheit, mal wieder über meine Erlebnisse zu
berichten.
Die FHTW
Nach den ersten zwei, drei Wochen Eingewöhnung fallen einem bald mal die ersten Unterschiede zur ZHW auf. Die Infrastruktur ist hier z.B um einiges schlechter als an der ZHW. Nichts ist mit frei zugänglichen Computerräumen, welche mit moderenen PCs und Flachbildschirmen ausgestattet sind. Auch die Laborräume (für die Praktika) sind um einiges
schlechter ausgerüstet. So komme ich immerhin mal dazu, mich mit dem gestorben geglaubten DOS auseinander zu setzen bzw. der Programmierung unter DOS (serielle Schnittstelle ansprechen, Floppy-Laufwerk ansprechen etc.) Die anfänglich noch eher geschätzte Mensa zeigte auch bald ihr eher hässlicheres Gesicht (oder besser: ihren hässlichen Geruch ;-)
Leider reichts die viertelstündliche Mittagspause nicht für den Gang zur Mensa an der Treskowallee aus, welche um Längen besser ist. Womit wir gleich beim nächsten Thema wären: Die Pausen hier sind kürzer als an der ZHW, was ich aber nicht als negativ empfinde, eher im Gegenteil. Die "in-der-Mensa-sitz-und-Kaffee-trink-Zeit" strebt gegen 0. Nun,
langsam gehts auf die Prüfungen zu und gelernt will auch noch werden, wenn ich nicht im Oktober nochmals nach Berlin fahren will, um die Prüfungen zu wiederholen.
Die Stadt
Ja, die grosse Stadt mit den vielen, nie aufhören wollenden Baustellen... Vollständig erkundet ist sie jedenfalls noch lange nicht und wird sie wohl auch nie sein. Mittlerweile fühle ich mich hier auch schon ein bisschen wie zu Hause. Neue Ecken gibts trotzdem immer zu entdecken, leider ist die Kamera nicht immer mit dabei. Jedenfalls versuche
ich die touristischen Zentren so gut wie möglich zu meiden, denn interessante Orte sind nicht immer nur im Reiseführer zu finden. Das riesige kulturelle Angebot habe ich bislang leider viel zu wenig ausgenutzt. So sind zum Beispiel die staatlichen Museen Donnerstags von 18 bis 22 Uhr gratis und frei zugänglich. Auch sonst läuft immer was, man
sollte aber auf keinen Fall versucht sein, da irgendwie mithalten zu wollen. Man würde darüber frustriert sein, wie viel man verpasst.
Und sonst so?
Gewisse Teile der Berliner Lebensweise (ich erdreiste mich jetzt mal, dies so nennen zu dürfen) färbt langsam aber sicher ab: Fahrradfahren auf dem Bürgersteig (Trottoir für Schweizer) ist hier an der Tagesordnung und als Fussgänger ist's da besser, die Augen offen zu halten. Die roten Ampeln an den Fussgängerstreifen scheinen hier eher zur
Dekoration denn zum Anzeigen des Zeitpunkts der sicheren Überquerung der Strasse da zu sein. Auch die Zeit ist hier teilweise eher relativ zu sehen. Diese Einstellung rächt sich aber spätestens dann, wenn man einen Zug erwischen sollte (zum Glück hatte er dann Verspätung).
Nun denn, die restliche Zeit wird neben den Prüfungen hoffentlich auch noch von weiteren spannenden Entdeckungen des Berliner Alltags geprägt sein. Etwas Ferien bleiben mit hier ja nach dem Semester noch...
Kommentare
man könnte den Eindruck gewinnen das es dir gefällt ;)
Das Mensaessen ist hier wirklich gewöhnungsbedürftig... aber günstiger geht es auch nicht.
Gruß stony aka Paul
stony: Klar gefällts mir hier, sonst wär ich doch schon längst wieder weg ;-)
alain: In der Regel so 2, 3 Euro, je nach "Ausstattung".

